Wähle deine ökologischen Früchte mit Bedacht

Der Absatz an ökologischen Lebensmitteln ist markant gestiegen, dafür sind die Erträge für den Landwirt gefallen. Gewinne sind aber immer noch möglich.

Publiziert 11.11. 2020

Wenn der Pflanzenbauberater Hans Henrik Post in die Zukunft sehen soll, sind die finanziellen Erträge für ökologische Früchte nicht gut. Die Preise sind in den vergangenen Jahren gefallen

und seiner Schätzung nach wird die Niedrigpreisperiode noch eine Zeit lang anhalten,

bevor die Preise für die Erzeuger wieder anziehen werden.

Trotzdem gibt es keinen Grund, schwarz zu sehen. Es gibt auch Früchte, die ihren Preis halten oder sogar etwas zulegen. Deshalb soll der ökologische Landwirt seine Felder nicht einfach mit den erstbesten Früchten zusähen. „Es dreht sich darum, seine Früchte mit Bedacht auszuwählen“, betont Hans Henrik Post.

Die Erklärung für die fallenden finanziellen Erträge folgt der einfachen Formel:

Angebot und Nachfrage. Es ist zu viel ökologisches Getreide auf dem Markt, weil die ökologische Anbaufläche sowohl national als auch weltweit steigt und logischerweise wählt der ökologische Neueinsteiger die sicheren Früchte. „Z.B. ist Winterroggen eine leichte Frucht für Neueinsteiger“,  sagt Hans Henrik Post, „aber die großen Mengen haben auch die Preise fallen lassen wohingegen die Preise für Hafer stabiler sind. Das gleiche gilt für Gerste und Weizen. Nichtsdestotrotz nähern

sich die Preise bedenklich denen für konventionelles Getreide.“

 

Achte auf Proteine

Sein bester Rat für Ökologen, die sich nach einer besseren Ökonomie auf dem Feld umsehen, ist  es, nach proteinhaltigen Früchten Ausschau zu halten. Auch wenn sie für den Landwirt schwieriger zu züchten sind. Als Beispiel nennt er Lupine. „Die Lupine ist eine gute Proteinfrucht, die dabei ist, auf dem dänischen Futtermittelmarkt Einzug zu halten,“ erklärt er. „Dieses kann man auch am Preis ablesen, der bei 360 Kronen je 100 Kilogramm liegt.“ Der Haken bei der Lupine besteht darin, dass sie sandige Böden bevorzugt.

Auf besserer Erde sind Früchte wie Futtererbsen und Pferdebohnen der richtige Weg. Der finanzielle Ertrag bei Pferdebohnen ist nicht ganz so hoch wie bei Lupine, aber es werden immer noch Preise von 310 bis 330 Kronen je 100 Kilogramm erzielt – also bedeutend mehr als die rund  180 Kronen, die der Landwirt für Weizen bekommt.

Hinzu kommt, dass die proteinhaltigen Früchte mehr und mehr Aufmerksamkeit genießen. Das Ziel von „Landbrug & Fødevarer“ besteht darin, 30 Prozent des dänischen Sojabedarfs durch in  Dänemark produziertes Proteinfutter wie Grasprotein und neue Arten von Pferdebohnen zu ersetzen.

 

Der politische Wille

Vieles hängt wie immer, wenn es sich um die landwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten dreht, von dem politischen Willen ab. Im Gegensatz zu den konventionellen Betrieben müssen die ökologischen keine ausgewiesenen Umweltflächen (DK: miljøfokusområder MFD) anlegen und sind ebenfalls von der generellen Zwischenfruchtpflicht befreit – abgesehen von den Pflichtzwischenfrüchten.

„Eine große Erleichterung,“ meint Hans Henrik Post, der hinzufügt, dass die Bestimmungen für Zwischenfrüchte in der konventionellen Landwirtschaft seiner Meinung nach völlig aus dem Ruder gelaufen sind.

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Hans Henrik Post

Hans Henrik Post
Abteilungsleiter Pflanzenbau, Ökologie und Umwelt, Pflanzenbauberater

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