LHN setzt sich für die Sicherheit in der Landwirtschaft ein

Jørgen Popp Petersen hat einen ewigen Beweis dafür, dass die Arbeit in der Landwirtschaft gefährlich sein kann, wenn man nicht auf sich selbst aufpasst: Vor Jahren hat er sich verletzt und einige Finger sind jetzt um ein Stück kürzer. Beim Vorsitzenden des LHN waren es „nur“ die Finger. Manchmal zahlen Landwirte bei der Arbeit aber auch mit ihrem Leben.

„Ich kenne drei Landwirte, die nicht mehr am Leben sind“, sagt Jørgen Popp Petersen. Eigentlich ist der Vorsitzende froher Natur, aber wenn es um die Sicherheit in der Landwirtschaft geht, dann wird er ernst.

„Wir können uns nicht jedes Jahr entsetzt die Statistikken anhören und dann weiter machen wie bisher. Wir müssen was tun“, sagt Popp Petersen.

Und genau das tut der LHN. Bei der diesjährigen Tierschau am Wochenende in Apenrade setzt sich der Verband für mehr Sicherheit in der Landwirtschaft ein. Der LHN hat unter anderem einen Sticker produziert: Pas På Livet – Work safe.

„Viele von uns haben noch einen alten Aufkleber im Traktor in guter Erinnerung. Auf dem stand: "Wenn der Trecker umkippt, dann halte dich am Steuer fest. Nicht abspringen." Vielleicht hilft es, wenn wir immer wieder daran erinnert werden, dass die Landwirtschaft ein gefährlicher Arbeitsplatz ist, wenn man nicht aufpasst.“

Jørgen Popp Petersen hat wie gesagt am eigenen Körper erfahren, was es heißt, für einen Augenblick unaufmerksam zu sein.

„Landwirte haben viel zu tun. Wir haben es eilig und dann treffen wir die falschen Entscheidungen. Das habe ich auch schon gemacht, aber ich tue es heute seltener, weil ich über die möglichen Konsequenzen nachdenke“, sagt Jørgen Popp Petersen.

Er fordert die Landwirte auf auch darüber nachzudenken, wann es fast zu einem Unfall gekommen wäre. So mancher wird „ohauhaueha“ gesagt haben, weil er glimpflich davon gekommen ist. 

„Es gibt Branchen in denen man „Fast-Unfälle“ registriert, um daraus zu lernen. Denn nächstes Mal hat man vielleicht nicht das gleiche Glück. Ich sage nicht, dass wir es registrieren sollen, aber man sollte sich überlegen, wie man sicher durch den Arbeitstag kommt.“

Im Großen und Ganzen sieht Jørgen Popp Petersen aber auch eine positive Entwicklung auf den Höfen. "Früher liefen wir auch Mal ohne Sicherheitsvorkehrungen auf dem Dach herum um Dachplatten zu wechseln – das sieht man heute nicht. Man überlegt sich also schon, welche Gefahren man sich aussetzt." 

 

POPP in Kürze

Kein Spielplatz

Jørgen Popp Petersen warnt davor, die Landwirtschaft als Spielplatz zu sehen. „Wenn ich vor einem Stall einen kleinen Plastiktrecker sehe…das kann ich gar nicht ab“, sagt Popp, der auch den Umgang mit Maschinen im frühen Alter skeptisch gegenüber steht.

„Wir müssen all diese Sachen ansprechen und dürfen sie nicht bagatellisieren. Unsere Sicherheit muss genau so ernst genommen werden, wie unser Interesse für die Produktion“, sagt Jørgen Popp Petersen.

 

Viel Technik

Junge und ältere Bauern füllen am meisten in der Unfallstatistik. „Die einen, weil sie nur wenig Erfahrung haben und die Gefahren nicht erkennen, die anderen, weil sie vielleicht nicht mit der Zeit gefolgt sind und die Maschinen sich über die Jahre enorm entwickelt haben“, erklärt Jørgen Popp Petersen.

„Das gilt auch für die Arbeitskräfte die wir vermehrt von außerhalb in die Landwirtschaft holen. Auch sie sind nicht mit der Technik und den Maschinen aufgewachsen.“

 

Unberechenbar

Sie sehen friedlich und nett aus, aber Tiere sind unberechenbar. „Daher ist immer ein Risiko damit verbunden, mit Tieren zu arbeiten. Das wissen wir alle, aber manchmal gehen wir dabei ein unnötiges Risiko ein“, meint Jørgen Popp Petersen.

 


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